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Neuentwicklungen im Schaltschrankbau

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Die Märkte entwickeln sich extrem schnell. Gerade im zurückliegenden Jahr hat die Digitalisierung und alles was im weitläufigsten Sinne damit zu tun hat, einen Schub erhalten. Das geht natürlich auch nicht spurlos am Segment Schaltschrankbau vorbei. Die Sicherheit, die Schaltschränke bieten müssen, wird immer detaillierter. Und auch der Umweltschutz darf nicht außer Acht gelassen werden. Eine enorme Herausforderung für Unternehmen um immer auf dem neuesten Stand zu sein. Was zeigen die Entwicklungen im Schaltschrankbau? Schauen wir doch mal nach….

Mikrorechenzentren

Seit ein paar Monaten gibt es die neue EcoStruxure R-Serie. Speziell im Bereich von Produktions- und Fertigungsanlagen bietet die R-Serie schnell und einfach Möglichkeiten für die Bereitstellung von Edge-Computing-Infrastrukturen. Die Serie umfasst sechs Modelle in verschiedenen Höheneinheiten und kann erstaunlicherweise ein hohes Maß an Staub, Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen aushalten. Diese neuen Micro-Datacenter (MDC) sind allesamt 19 Zoll-Gehäuse und erreichen die Schutzklassen IP54 oder IP66 sowie NEMA-12.

Die neuen MDCs sind aus stabilen Racksystemen, die spezifisch mit Kühlung, Stromversorgung und zusätzlichen Security- und Remote-Management-Funktionen ergänzt werden können. Bis zu 40 % der Projektkosten lassen sich mit diesen Gehäusen einsparen und auch Wartungskosten fallen deutlich geringer aus. Und weil diese Mikrorechenzentren die bestehende Gebäudeinfrastruktur nutzen, können Investitionskosten verglichen mit klassischen Lösungen mit etwas über 40 % gesenkt werden.

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Gehäusebelüftung und Kondenswasser

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Geschlossene Gehäuse und Kondenswasser ist ein absolutes No-Go, da es eine Gefahr für vorhandene Elektroinstallationen ist. Gerade wenn ein Gehäuse eine hohe Abdichtung benötigt, ist das Risiko einer Wasseranhäufung hoch, da die Luftfeuchte nicht entströmen kann. Speziell für diesen Punkt entwickelte Systeme und entsprechendes Zubehör sollen dieses Problem nun lösen. Gerade für Schaltschränke im Outdoor-Bereich ein allgemein bekanntes.

Besteht also die Gefahr, dass sich Kondensation bilden kann, müssen entsprechende Maßnahmen getroffen werden, damit das Abfließen nach DIN VDE0100-520 gesichert ist. Ein Outdoor-Gehäuse benötigt einen permanenten Luftaustausch und Druckausgleich sowie eine Abflussvorrichtung. Bei hohen Anforderungen an die Gehäusesicherheit braucht es allerdings weitere Vorkehrungen. Hier eignen sich die Els-Belüftungsstutzen (BST) in der Größe M20 besonders. Beidseitig in unterschiedlichen Höhen angebracht, wird so ein Kamineffekt erzeugt, zudem ist der Stutzen auch spritzwassergeschützt. Mit dem Druckausgleichselement (DAE) passen sich der Luftdruck im Inneren mit dem Äußeren an und der Kondensationseffekt bleibt aus.

Extreme Klimabedingungen sind im Outdoor-Bereich keine Seltenheit. Ganz genau für dieses Extrem wurde das Belüftungselement Bel Air angefertigt. Es entfernt Kondensat durch zwei Belüftungselemente in kurzer Zeit aus dem Schaltschrank. Die Luft im Inneren kann sich ständig mit der Umgebung verbinden. Damit mechanischen Kräfte keine Wirkung auf den Schrank ausüben, findet ein konstanter Druckausgleich statt, der zusätzlich die Dichtung schont. Ein Luftaustausch wird beim Bel Air mit beinahe konstanter Luftfeuchte und Temperatur gewahrt. Die sich im Inneren mittels Einbauten aufgewärmte Luft ist schon ausreichend, um hinreichend Zirkulation zu erzielen.

Grüne Energieverteilung

Noch relativ neu am Markt ist das modulare Kit-System Vamocon 1250 für Niederspannungsschaltanlagen von 630 bis 1.250 Ampere. Der modulare Aufbau und die freie Wahl der Schaltgeräte zeichnen den neuen Vamocon aus, der zudem durch nachhaltige und ressourcenschonende Auslegung beeindruckt. Das neue Kit-System kommt mit 30 % weniger Kupfer aus, erreicht annähernd 20 % weniger Verlustleistung und hat noch dazu deutlich weniger Kunststoffe verbaut. Auf die Lebensdauer gesehen, soll die CO2 Einsparung bis zu 3.500 Kilogramm betragen.

Umfangreiche Prüfungen zum Bauartennachweis sorgen für einen verlässlichen Anlagenbetrieb. Alle spannungsführenden Elemente im Inneren sind fingersicher abgedeckt, wodurch der Hersteller auf den Einsatz von Kunststoffabdeckungen auf der Front verzichten konnte. Neue Eckverbinder ermöglichen zudem eine Verwendung, ohne das Gehäuse zu schweißen und man erreicht trotzdem die Schutzart IP54. Verschiedene Kabelflansche und Tüllen sorgen für eine sichere Kabeleinführung. Mittels der Software Vamocad, die intuitiv ist, haben Planer und Schaltschrankbauer die Möglichkeit das Kit-System Vamocon 1250 direkt online zu konfigurieren und aus der Software heraus zu bestellen. Zusätzlich können sämtliche Unterlagen mit Bauartnachweisen downgeloadet werden. Ein rundum grüner Ansatz.

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Modullösungen mit abertausenden Variationsmöglichkeiten

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Ein Plus an Flexibilität im Schaltschrankbau bieten variable Schaltschranksystem, modulare Systeme, die im Baukastenprinzip montiert, individuell zusammengestellt und in Kürze geliefert werden können. Wegen der hohen Marktdynamik steigt das Interesse an variableren Schaltschrank- und Gehäusevarianten stark. Individuelle Lösungen sind gefragter denn je vor allem, wenn sie auch niedrigen Stückzahlen ökonomisch sind und schnelle Lieferzeiten haben. Eine Marktlücke in die nun ein neugegründetes Unternehmen eintritt und schließt.

Speziell auf dem deutschen Markt waren modulare Systeme bis jetzt nicht vorhanden. Die Norm sind Standardabmessungen in großen Stückzahlen. Flexible und kundenspezifische Schaltschranksystem hingegen sind neu. Selbst Sonderanfertigungen können binnen einer Woche ausgeliefert werden. Die Ausführungen sind dabei in Breite, Höhe und Tiefe flexibel und die einzelnen Bestandteile wie Streben, Dach, Boden, Seitenwände, Rückwände, Türen und Sockel sind ohne viel Mühe variabel skalierbar. Über den Online-Konfigurator kann die gewünschte Spezifikation mit wenigen Klicks aus einer Auswahl von mehr als 30.000 Varianten definiert werden. Die so konfigurierten Schaltschränke kommen komplett vormontiert oder als Bausatz, je nach Wunsch.

Alle Modelle entsprechen den Standards und erfüllen sämtliche Faktoren für den Schutz von Schaltgerätekombinationen mit mindestens Schutzart IP65 und auch die Funktionalität bei Temperaturen unter -40 °C ist gewährleistet und zugelassen. Die Schaltschränke sind auf eine Gesamtlast von 1.000 Kilogramm ausgelegt und können sogar in den Erdbebenregionen der Zonen 3 und 4 verwendet werden. Die stark belastbare und vibrationsstabile Konstruktion machen dies möglich. Damit die variablen Schränke auch mit Schränken anderer Hersteller kombiniert werden können, soll ein Adapter folgen, der dies ermöglicht.

Der Markt des Schaltschrankbaus ist in Bewegung, nicht zuletzt, weil die Wirtschaft überall wieder anzieht, sondern auch, die sich ständig verändernden Ansprüche und Anforderungen an Variabilität, Flexibilität und nicht zuletzt Umweltschutz. Es bleibt also spannend was weitere und zukünftige

Entwicklungen und Erweiterungen angeht. Die Herausforderungen an Konstrukteure, Planer und Hersteller wachsen stetig und immer schneller.